Der Begriff HF - und was dahinter steckt

Praxistipp, Seite 2

Mit der Kernaussage „HF = höher Strahlenausbeute = kürzere Belichtungszeit“ wird die HF-Technik oft erklärt. Das stimmt zwar, aber... es fehlen weitere Bezugsgrößen um einen direkten Vergleich mit der „alten“ Technik anzustellen. Folgender Fall sollte dies verdeutlichen: Für eine Aufnahme eines bestimmten Objektes ist eine gewisse Dosis nötig, um die gewünschte Schwärzung des Filmes zu erlangen. Üblich ist die Angabe von mAs und kV Einstellung. (Der Begriff „mAs“ ist der Höhe der Dosis pro Zeiteinheit gleichzustellen und setzt sich aus dem Röhrenstrom (in mA) multipliziert mit der Belichtungszeit (in Sekunden) zusammen. Benötigt eine Aufnahme also beispielsweise 100 mAs könnte man 1 s lang 100 mA durch die Röhre fließen lassen oder genauso 0.5 s lang 200 mA, das Produkt ergibt jeweils 100 mAs. Daraus ergibt sich auch die Erkenntnis, dass mit einem höheren Röhrenstrom kürzere Belichtungszeiten erreicht werden.) Ein Röntgengerät mit Zweipulstechnik und den Daten 40 mA und 60 kV würde beispielsweise für 40 mAs genau 1 s Belichtungszeit benötigen (40 mA x 1 s = 40 mAs). Ein Gerät mit Hochfrequenztechnik hat gegenüber der Zweipuls-
technik etwa die zweifache Strahlenausbeute (aufgerundet). Das bedeutet, man könnte, um dieselbe Schwärzung zu erreichen, den mAs-Wert halbieren, also 20 mAs wählen. Benutzt man eine Hochfrequenzgerät mit den Daten 40 mA und 60 kV würde die Aufnahme 0,5 s lange dauern (40 mA x 0,5 s = 20 mAs). Man erkennt also auch eine Halbierung der Belichtungszeit. Diesen Vergleich kann man aber nur machen, wenn wie hier der gleiche Röhrenstrom fließt. Will man z.B. diese 20 mAs mit einem Hochfrequenzgerät mit den Daten 20 mA und 60 kV anfertigen, dauert die Aufnahme wieder genau 1 Sekunde! (20 mA x 1 s = 20 mAs). Man achte also darauf,  Äpfel nicht mit Birnen zu vergleichen!

Ein ganz anderer kleiner Vorteil ist auf jeden Fall zu nennen, und der ist bei tragbaren Geräten durchaus hoch zu bewerten: Durch die hochfrequente Wechselspannung werden die Eisen und Kupferanteile im Transformator wesentlich verringert und damit auch das Gewicht.

Auch in der Unterteilung der Schaltzeiten bringt die Hochfrequenz viele Vorteile: Wenn ein Zweipulsgerät die Aufnahmen sauber und genau schalten soll, dann beträgt die kleinste Schaltzeit 10 ms (genau 1 Halbwelle) oder Vielfache davon, bei der HF-Technik nimmt man als kleinsten sinnvollen Wert 1 ms. Man könnte aufgrund der hohen Frequenz noch kürzer...

Um nicht ganz ins technische Detail einzutauchen noch einen letzten Satz zur Genauigkeit im Vergleich der beiden Systeme: Durch die hochfrequente Spannungsform lassen sich mit der Steuerelektronik die Ausgangsspannung und Röhrenströme noch während der Aufnahme automatisch korrigieren, das hat den Vorteil, dass Schwankungen der Versorgungsspannung in diesem kritischen Zeitpunkt ausgeglichen werden und somit die Aufnahmewerte jederzeit reproduzierbar bzw. gleich sind.