Die richtige Dunkelkammer

Praxistipp, Seite 2

Als trockener Arbeitsplatz ist ein Einlegetisch zu empfehlen. Eine Arbeitsplatte ist natürlich die günstigere Alternative. Auch bei diesen Hilfen sollte man darauf achten, dass das Material einen hellen bis weißen Farbton hat, denn dadurch lassen sich die darauf befindlichen Gegenstände als solche auch erkennen. Speziell bei Handentwicklung muss der Filmrahmen vom Film, und der Film von der Unterlage zu unterscheiden sein. Benutzt man ein Filmbeschriftungssystem, sollte für dieses Gerät auf dem Tisch auch genügend Platz vorhanden sein. Manche Belichter sind für einen Einbau vorgesehen, was man bei der Wahl des Tisches oder der Arbeitsplatte bedenken sollte, denn ein eingelassener Belichter bedient sich leichter. Für die Größe der Tischfläche sollte als Richtwert folgendes gelten: Eine Kassette 30 x 40 cm und ein Filmrahmen für 30 x 40 cm nebeneinander, plus der Fläche für den eventuellen Aufbelichter, sorgen für bequemes Arbeiten. Für die Aufbewahrung des Filmvorrates genügt im einfachsten Fall ein Regal. Die Lagerung der Filmschachteln sollte auf jeden Fall stehend erfolgen. Liegend, über einen längeren Zeitraum hinweg aufbewahrt, ergibt einen unnötig hohen Grundschleier, was für die Qualität der Aufnahmen nicht sehr förderlich ist. Befindet sich die Aufbewahrung im Röntgenraum, so kann bei zu geringem Abstand vom Strahler (unter 1,80 m) mit einem Bleiblech (1 mm) Abhilfe geschaffen werden, das den nötigen „Schatten“ spendet (erhältlich entweder beim Installateur oder neuerdings auch im Baumarkt). Bei Handentwicklung ist zweckmäßig, für die Filmrahmen einen Aufhänger anzubringen. Ein einfaches Stück Holz (ca. 40 x 8 x 6 cm) waagrecht an der Wand befestigen und in dieses Kantholz einige Löcher (D = 6 mm) so bohren (30° schräg nach unten), dass in diese die Filmrahmen eingesteckt werden können. Dazu den Auflagegummi am Trageholm des Rahmens etwas nach innen schieben. Aufgesteckt, erinnert der Filmrahmen an eine Fanfare mit Fahne, die zum Himmel gerichtet ist.

Das Wichtigste aber ist und bleibt die Tatsache, dass die Dunkelkammer Dunkelkammer heißt, weil es in ihr dunkel ist. Das soll im einfachsten Fall bedeuten, dass man nach 2 Minuten Aufenthalt keinen Lichteintritt wahrnehmen darf. Sieht man welchen, gilt es nachzubessern! Die Filme reagieren auf Tageslicht bzw. Weißlicht extrem empfindlich, so dass bei kleineren Undichtigkeiten des Raumes schnell eine Vorbelichtung stattfindet. Auch andere Geräte, wie Kühltruhen, Heizungen usw. dürfen nicht vergessen werden, denn hier findet man oft Kontrolleuchten, die genau zum Filmspektrum passen. Zum Vergleich wäre nur das Schlüsselloch zu nennen, denn diese Öffnung genügt, um aus guten Aufnahmen mausgraue bis schwarze Bilder entstehen zu lassen.

Eine weitere Quelle von Fremdlicht ist die vorgeschriebene Belüftung der Dunkelkammer. Das Loch in der Tür oder Wand muss mit einer Art Lichtschleuse geschlossen werden, um eine Vorbelichtung der Filme zu verhindern. Wenn die Dunkelkammer in Trockenbauweise in einen größeren Raum nachträglich installiert wird, so ist unbedingt darauf zu achten, dass die Handwerker alle Spalten und Ritzen gut verschließen (Durchführungen für Leitungen und Rohre inbegriffen).

An den Türrahmen findet man normalerweise Dichtgummis in einem passenden Farbton. Bei weißer oder gar farbloser Beschaffenheit dringt hier später Licht ein. Um das zu verhindern, müssen Gummidichtungen in dunkelbrauner, besser in schwarzer Farbe verwendet werden. Wie schon erwähnt nicht das Schlüsselloch vergessen! Von Außen abdecken oder ein Toilettenschloß verwenden. Wenn das Schließsystem nur von Innen bedient werden kann, wird auch niemand (abgeschlossen vorausgesetzt) während der Rotlichtphase ungewollt oder versehentlich in den Raum eintreten. Der Türschlitz am Boden muss auch auf jeden Fall verschlossen werden. Dazu kann eine Dichtungsbürste (z.B. von TESA) angebracht werden oder eine Türschwelle am Boden angebracht werden. Die Schwelle allerdings nur, wenn es keine andere Lösung gibt! Provisorisch genügt auch eine davor gelegte Decke oder Handtuch.

Ein großes Problem stellen immer wieder die Fenster dar. Vorhandene Rolläden sind nicht ausreichend, nur unterstützend. Damit von Zeit zu Zeit gelüftet werden kann, müssen die Fensterflügel beweglich bleiben und deshalb ist es ratsam vom Schreiner nur die Flügel mit Hartpapierplatten oder ähnlichem abdecken zu lassen. Schwarze Folie auf das Glas zu kleben ist nur dann sinnvoll, wenn diese auch bei direkt einstrahlender Sonne kein Licht durchscheint lässt, z. B. Teichfolie. In gemieteten Räumen ist die spätere „Demontage“ wegen des Klebers auch nicht ganz einfach.

Wenn alle diese Punkte beachtet werden, hat man eine Dunkelkammer, die von ihrer Beschaffenheit her keine Wünsche offen lässt.