Kleiner Wegweiser für die Handentwicklung

Um gute Ergebnisse im Anfertigen von Röntgenaufnahmen zu erzielen, muss man sich von Zeit zu Zeit daran erinnern, dass die Arbeit in der Dunkelkammer einen erheblichen Anteil der Röntgentätigkeit ausmacht. Und das unabhängig von der Entwicklungsart, also von Hand oder mit Maschine. Hier gilt es zuerst die richtigen äußeren Bedingungen zu schaffen. Dazu steht am Ende dieses Tutorials eine Art Checkliste zu Verfügung, die man am besten Punkt für Punkt durchgeht und möglichst realisiert. Nun zu den Eigenheiten der Handentwicklung, wobei hier kein Anspruch auf Vollständigkeit besteht, es soll als kleine Anleitung in hoffentlich verständlicher und nachvollziehbarer Form dienen.

Am Anfang war die Schale. Nun gut, diese Form der Entwicklung sollte nur noch im Notfall ausgeübt werden, aber es besteht vom Prinzip und Technik her kein Unterschied zum Handentwicklungstank. Nur die Größe, das Fassungsvermögen, eventuell eine Beheizung des Entwicklers und vor allem der „Komfort“ der Filmaufhängung ist eine wesentliche Verbesserung. Jeder, der einmal mit Handentwicklung zu tun hatte, weiß, wie kratzempfindlich Filme sind, speziell wenn diese einige Minuten im Entwickler waren. Das ist bei der „Schalentechnik“ nicht ganz einfach zu handhaben und hinterlässt immer Spuren auf dem Bild. Da wir gerade bei der Ausstattung sind, sollte man bei der Anschaffung eines Tanks auf folgende Dinge achten:

Punkt 1       

Eine Größe wählen, die

a) nicht zu klein ist: Wenn Sie mehrere Aufnahmen gleichzeitig entwickeln wollen, ähnelt das Ergebnis sehr schnell dem der Schalenentwicklung

b)   nicht zu groß ist: Da in einen großen Tank auch viel Chemie hineinpaßt, ist die Effizienz mit der man die Chemikalien benutzt, nicht sehr wirtschaftlich, denn die Entwicklerlösung wird von ganz allein schlecht und unbrauchbar.
Deshalb hat sich ein Maß zwischen 9 Liter und 18 Liter Tankinhalt durchgesetzt, wobei man die Tankgröße mit 13,5 Litern klar an erster Stelle nennen muss.

Punkt 2

Möglichst mit beheiztem Entwicklerbad: Damit der Entwickler gleichmäßig und kontrastreich arbeitet, sollte er nicht kälter als 18°C sein. Steht der Tank, besonders im Winter, in einem ungeheizten Raum, ist dieser Wert schnell unterschritten. Das äußert sich in Entwicklungszeiten jenseits der 10 Minuten und durch flache, graue Bilder. Die Temperatur spielt übrigens eine außerordentliche Rolle im Entwicklungsgeschehen. Für „Röntgenkünstler“ gilt, je wärmer die Entwicklertemperatur, desto kürzer die Entwicklungszeit und natürlich umgekehrt. Das ist aber nicht der Weg, den man geht, um ordentliche und reproduzierbare Bilder zu erhalten. Sie finden am Ende des Textes eine Tabelle mit Entwicklungszeiten passend zur Entwicklungstemperatur. Diese Zeiten sollten eingehalten werden - und wird ein Bild zu hell oder zu dunkel, dann muss man überlegen, wieviel mAs (oder auch Belichtungszeit) mehr oder weniger genommen wird (wir gehen hier immer von einer gut funktionierenden Entwicklerflüssigkeit aus), und bitte nicht - wieviel länger oder kürzer in Zukunft entwickelt wird. Die erwähnte Beheizung sollte den Entwickler auf den gewählten Temperaturwert erwärmen und auch auf diesem konstant halten. Zu empfehlen wäre eine Einstellung zwischen 20° C und 24° C: Etwas wärmer als der Raum, in dem sich der Tank befindet, um so Schwankungen der Raumtemperatur „zu entgehen“, aber nicht höher, denn höhere Temperaturen schädigen vorzeitig die Entwicklerlösung. Im übrigen sollte man auf einen Selbstbau mit Aquariumheizstäben verzichten!
Hat der Tank keine Heizung, so ist trotzdem ein Thermometer unbedingt nötig, damit die richtige Entwicklungszeit passend zur momentanen Temperatur gewählt werden kann.

Punkt 3

Achten Sie darauf, dass der Tank mit lichtdichten Deckeln versehen ist, damit Sie auch während der Entwicklung die Dunkelkammer verlassen können.

Punkt 4

Um dem lästigen Algenproblem zu entgehen, sollte das Wasserfach eine Bewässerungsmöglichkeit haben. D.h. Einen Zulauf für Frischwasser und Ablauf für Abwasser, und zwar so dass Sie den Wassertank ohne Aufsicht wässern können, während das überschüssige Wasser selbständig, natürlich nur den korrekten Weg, in die Kanalisation findet. Selbstverständlich muss nicht ständig das Wasser fließen, aber ein- bis zweimal wöchentlich für 1 Stunde bewirkt Wunder. Für ganz krasse Fälle empfiehlt sich ein Anti-Algenmittelchen...

Punkt 5

Ein stabiles Untergestell zum Tank. Hier und da sieht man doch immer wieder eine Konstruktion aus vermeintlich stabilen und dicken Span- oder MDF-Platten, gebaut für die Ewigkeit, aber werden diese erst einmal feucht wird die Ewigkeit schnell zu einer messbaren Größe. Selbst rostendes Stahl ist sicherer. Und bei einem Tankinhalt, beispielsweise von 13,5 Liter, darf man nicht vergessen, dass ein Gewicht um die 50 kg auf dem Unterbau lasten. Auf diese Art von Untertisch oder Podest sollte man grundsätzlich verzichten – nicht nur bei einem Entwicklungstank.

weiter »