Kleiner Wegweiser für die Maschinenentwicklung von Röntgenfilmen
Praxistipp, Seite 2
Soviel zum Prinzip, nun einige Abschnitte über Eigenheiten auf die man ebenso achten sollte. Der Unterbau der Maschine muss stabil und für das gefüllte Gerät ausgelegt sein (wackelfrei). Bei der Aufstellung muss darauf geachtet werden, dass die Maschine waagerecht steht. Bei der Befüllung darf kein Fixierer in den Entwickler gelangen! Bei manchen Maschinen muss nach einer eventuellen Totalentleerung entlüftet werden. Auf keinen Fall unbefüllte Geräte einschalten! Die Aufnahmen werden im Filmeinzugsschacht von den Entwicklerrollen eingezogen. Wird der Film schon befördert, darf man ihn nicht zurückziehen, weil man z.B. die Beschriftung vergessen hat. Das gibt erstens Flecken im Einzugsbereich, zweitens leidet die Mechanik (speziell Zahnräder) und drittens trägt man dann den nassen Film auf die trockene Arbeitsseite. Flecken im Einzugsbereich zerstören unter Umständen die Filmsensoren. Und der unmittelbar nächste Film bleibt im Schacht auf noch nassen Flecken haften. Damit der Transport korrekt abläuft, müssen die Rollenpakete nach Vorschrift eingesetzt sein - also in die dafür vorgesehenen Halterungen oder Befestigungen. Wird eine Aufnahme ins „Nirgendwo“ befördert liegt das an nicht ordentlich sitzenden Paketen. Um eventuell zu beobachten, wie der Film transportiert wird, muss der Deckel über den Rollenpaketen abgenommen werden. Da zumeist aber hier ein Sicherheitsschalter das Gerät abschaltet, muss man mit einem passenden Gegenstand der Maschine vorgaukeln, dass die Abdeckung aufliegt. Einfach nachschauen, wo an diesem Deckel eine überstehende Nase ist bzw. wo diese beim Aufsetzen eingeführt wird und dann in diese Öffnung den passenden Gegenstand eindrücken. Dann den Film eingeben und beobachten, wie dessen Transport verläuft. Aber Achtung: Nicht in die rotierenden und beweglichen Teile greifen bzw. Haare, Schmuck oder dergleichen in die Gefahrenzone bringen. Auch auf das Trocknerteil achten, hier besteht unter Umständen Verbrennungsgefahr.
Die meisten Probleme betreffen aber die Schwärzung der Aufnahmen. Werden nur wenige Aufnahmen entwickelt, so werden die Flüssigkeiten auch nur wenig regeneriert. Das hat zur Folge, dass speziell der Entwickler mit der Zeit zu verbraucht ist. Das geschieht durch die Erwärmung und dem Kontakt mit der Luft. Ergebnis sind zu helle und flaue Bilder. Als Gegenmaßnahme gibt man vor der eigentlichen Entwicklung einige sogenannte Putzfilme (damit sind „verschossene“ Filme gemeint) in die Maschine. Dadurch wird regeneriert und die Bäder erneuert. Besser ist es, wenn vorhanden, eine automatische Regenerierung zu starten. Eine regelmäßige visuelle Kontrolle der Bäder ist hier auch sehr hilfreich (Füllstand und Färbung des Entwicklers kontrollieren). Natürlich sollte man schon bei der Anschaffung darauf achten, dass das Gerät für den zu erwartenden Betrieb ausgelegt ist und verschiedene Mechanismen integriert hat, die diese Regenerier-Funktionen unterstützen. Zusammenfassend läßt sich hier sagen: Werden die Aufnahmen sehr unterschiedlich geschwärzt, liegt das oft am nicht richtig eingesetzten Entwicklungssystem. Aber mit oben aufgeführten Maßnahmen lässt sich ein solches Durcheinander verhindern. Eine große Hilfe ist es, wenn nur bestimmte Mitarbeiter, also immer dieselben Personen, für die Maschine verantwortlich sind und für einen reibungslosen Arbeitsablauf sorgen.
Ein anderes Problem ist die Verunreinigung durch Algenwuchs im Wasserfach samt Ablaufsystem. Bei längerer Nichtbenutzung (z.B. über das Wochenende) ist es von Vorteil, das Wasserbad abzulassen. Ein anderes Hilfsmittel ist ein Algenentferner, der entweder als Reiniger oder zur Prävention erhältlich ist. Wenn ein Urlaub ansteht, dann muss die Maschine ganz entleert und ordentlich mit Wasser ausgespült werden. Vergißt man das und trocknen die gefüllten Bäder einmal doch aus, so hilft hier meist nur eine Werksüberholung, denn das auskristallisierte Material läßt sich nicht ganz einfach entfernen! Für das Entwickler- bzw. Fixierbecken gibt es zusätzlich Tankreiniger, der speziell für Entwicklungsmaschinen geeignet ist.