Kleiner Wegweiser für die Maschinenentwicklung von Röntgenfilmen

Praxistipp, Seite 3

Da die Abläufe der Bäder, vor allem die Überläufe, nur mit „Schwerkraft“ funktionieren, also keine extra Absaugpumpen besitzen, müssen die Schläuche immer ein Gefälle haben. Vor allem dürfen die Enden nicht in Flüssigkeit getaucht sein! Wenn dies nicht eingehalten wird, kommt es zum Überlaufen von einem Becken ins andere. Wenn z.B. das Wasser in das Fixierbad abläuft, wird dieses so verdünnt, dass man Bilder meist mit „Rosa-Stich“ erhält (filmabhängig). Vorher kann man aber schon erkennen, dass der Auffangbehälter für Fixierer ungleich mehr enthält als der Auffangbehälter für Entwickler. In seltenen Fällen wird dies durch Veralgung des Abwasserablaufes verursacht. Hier hilft eine Reinigung des Ablaufschlauches mit einem Chlorreiniger (einweichen und ausblasen). Bei der Verwendung von Chlorreiniger muss darauf geachtet werden, dass die Rollenpakete nicht mit diesem in Berührung kommen, da einige Materialien dadurch angelöst oder spröde werden können. In Fällen, in denen die Rollen kräftig gereinigt werden müssen, nimmt man am besten Tankreiniger.

Wenn die Dunkelkammer schlecht belüftet ist und einen Standort hat, der sehr warm ist, kann es vorkommen (meist an sehr heißen Sommertagen), dass der Entwickler im Vorratsbehälter frühzeitig verdirbt. Verhindern kann man das durch Einbringen von Schwimmkugeln oder Matten in den Behälter. Dadurch wird die Oxidation durch die Luft verhindert und der Entwickler bleibt länger frisch. Zur Vorsorge kann auch weniger angesetzt werden.

Da es die eine oder andere Feinheit in Sachen Pflege und Behandlung gibt, die aber typabhängig ist muss an dieser Stelle auf die Betriebsanleitung hingewiesen werden. Auf alle Fälle gilt auch hier das Murphy Gesetz: „Wenn nichts mehr funktioniert, Betriebsanleitung lesen!“

Der Ansatz der Chemikalien erfolgt ganz nach Anleitung des Herstellers. Wobei die Reihenfolge bei mehrteiligen Produkten einzuhalten ist. Ganz wichtig ist das Rühren beim Ansatz!!! Wird das nicht beachtet, werden die Ergebnisse dem entsprechend schlecht. Verwendet wird übrigens immer kaltes Wasser.

Mit der nötigen Aufmerksamkeit und Interesse wird man auf alle Fälle gute Entwicklungsergebnisse erhalten und auch Freude am Röntgen haben.

Abschließend noch die Checkliste für die Dunkelkammer mit den Punkten, die möglichst erfüllt sein sollten.

Punkt 1:

Als erstes die Lichtdichtheit prüfen, denn der Begriff Dunkelkammer kommt nicht von ungefähr. Dazu bei ausgeschaltetem Rot- und Weißlicht in der geschlossenen Dunkelkammer die folgenden „Problemzonen“ überprüfen. (Bitte an die Adaptionszeit der Augen denken, d.h. etwas warten und dann prüfen.) Die Tür, Schlüsselloch, Türrahmen, die Fenster, Belüftungen

Punkt 2:

Sollte nicht im Raum sein: Kontrolleuchten von Kühl- und Gefriereinheiten, Heizungen, Waschmaschinen oder sonstigem. Wenn doch vorhanden, unbedingt abdecken!

Extra-Tipp: Wer sein Handy mit in die Dunkelkammer nimmt, sollte daran denken, dass sich bei manchen Ausführungen auch die Displaybeleuchtung automatisch bei einem Anruf anschaltet! (Meist dann wenn die 30 x 40 cm Filmpackung offen auf dem Einlegetisch liegt!) 

Punkt 3:

Die Dunkelkammerlampe muss für das verwendete Filmsystem geeignet sein: Das häufig für Blausystem verwendete Orange-Gelb Filter ist nicht für das Grünsystem brauchbar! Am besten eine Leuchte vom Fachhändler beziehen, die für beide Systeme geeignet und auch ausreichend hell ist. Zusätzlich die Gebrauchsanleitung der Lampe lesen, denn wird vom Hersteller indirekte Ausleuchtung gefordert, ist eine Vorbelichtung der Filme bei direkter Beleuchtung durch die Lampe nicht weiter verwunderlich. Die Lampe wird möglichst so angebracht, dass der eigene Körper keinen Schatten auf die Entwicklungseinheit und Einlegemöglichkeit wirft, denn das erschwert die Arbeit durch unzureichende Sicht.

Punkt 4:

Ein Einlegetisch oder eine Arbeitsplatte in heller Farbe erleichtert die Arbeit und ist kein Luxus.

Punkt 5:

Die Aufbewahrung der Filme sollte trocken, lichtdicht und stehend erfolgen.

Punkt 6:

Der Feuchte- und Wärmegrad sollte nicht tropenähnlich sein, d.h. ausreichend für Belüftung sorgen.

Punkt 7:

Eine Waschgelegenheit für die Hände und Rollenpakete ist immer willkommen. 

Punkt 8:

Die Größe der Dunkelkammer nicht zu klein wählen! Der Platz sollte ausreichend sein, um bequem die Reinigung und Wartung der Geräte und des Raumes durchführen zu können.

Punkt 9:

Die Aufteilung und Einrichtung des Raumes so wählen, dass der „trockene Arbeitsplatz“ und „nasse Arbeitsplatz“ getrennt sind. Entwickler und Fixierer haben nichts auf dem Einlegetisch zu suchen und der Filmvorrat z.B. nichts auf oder neben der Maschine.

Punkt 10:

Verschiedene Utensilien wie Rührstäbe, Kanister für die Entsorgung besorgen.