Kleiner Wegweiser für die Maschinenentwicklung von Röntgenfilmen
Um gute Ergebnisse im Anfertigen von Röntgenaufnahmen zu erzielen, muss man sich von Zeit zu Zeit daran erinnern, dass die Arbeit in der Dunkelkammer einen erheblichen Anteil der Röntgentätigkeit ausmacht. Und das unabhängig von der Entwicklungsart, also von Hand oder mit Maschine. Hier gilt es zuerst die richtigen äußeren Bedingungen zu schaffen. Dazu steht am Ende dieses Tutorials eine Art Checkliste zu Verfügung, die man am besten Punkt für Punkt durchgeht und möglichst realisiert.
Dieses Tutorial wendet sich vor allem an diejenigen, die eine Maschine gebraucht vom Kollegen oder beim „fliegenden Händler“ erstanden haben. Eine Einweisung für den Gebrauch ist eigentlich unbedingt notwendig. Da es aber auch Fälle gab oder zum Teil noch gibt, in denen der sogenannte Fachhändler die Maschinen einfach so zum Kunden verschickt und diesen damit völlig allein lässt, scheint es zweckmäßig zu sein, mit diesem Text etwas Unterstützung zu leisten. Es wäre allerdings mühsam, für jeden speziellen Maschinentyp eine Anleitung zu schreiben und deshalb werden als nächstes die Gemeinsamkeiten aller Maschinen aufgezählt.
Als erstes wäre das Prinzip zu nennen, denn danach arbeiten alle Geräte. Der belichtete Röntgenfilm durchläuft drei Bäder: Entwickler-, Fixier- und Wasserbad. Transportmittel sind die sogenannten Rollenpakete oder Racks. Anschließend erfolgt die Trocknung als letzte Instanz. Hier sind zwei unterschiedliche Wärmequellen üblich, Infrarotstäbe oder Heizwendel. Die erhitzte Luft wird mittels Ventilatoren in das Trocknerteil eingeblasen und schließlich der Film getrocknet. Ist der Film dann aus der Maschine ausgeworfen worden, schalten die meisten Maschinen in einen ruhigeren und sparsameren Stand-by Zustand zurück. Zum Anfang und je nach Filmgröße während des Entwicklungsvorganges regeneriert das Gerät den Entwickler und Fixierer. Das geschieht mit den Regenerierpumpen, die aus den Vorratsbehältern frische Flüssigkeit in die Prozeßbecken pumpen. Der überschüssige Entwickler bzw. Fixierer wird über ein Überlaufsystem in Auffangkanister geleitet. Das Wasser kann direkt in die Kanalisation fließen. Da auch das Entwickler- und Fixierbad beheizt sein müssen, haben alle Maschinen eine gewisse Aufwärmphase nach dem Kaltstart. Durch die hohen Temperaturen, die zwischen 30 °C und 38 °C liegen, ist es möglich, die Aufnahmen in so kurzer Zeit (im Schnitt um 100 s) anzufertigen. Leider hat diese „Hitze“ (plus Trocknerwärme) mehrere Nachteile. Einmal wird der Entwickler recht schnell oxidiert und ist damit verbraucht, zum anderen verdampft auch ein Teil der Flüssigkeiten, und dieser Dampf in Verbindung mit Wärme lässt die Dunkelkammer zum Bruthaus für Algen und diverse andere Kleinstlebewesen werden. Außerdem sind die Dämpfe auch unangenehm für das Dunkelkammerpersonal. Darum muss die Dunkelkammer auf jeden Fall gut belüftet werden. Und zwar so, dass während der Entwicklung kein Licht in den Raum gelangt!
Eines der wichtigsten Grundregeln für Entwicklungsmaschinen ist die Reinigung in regelmäßigen Abständen. Am besten einmal pro Woche die Rollenpakete in sauberem Wasser ordentlich reinigen. Wenn sich auf den Rollen Schmutzpartikel befinden kann dies zu Streifen und Kratzern auf den Bildern führen. Der Rest der Maschine wird in einem Frühjahrsputz und Herbstputz gereinigt. Das verhindert Fehlfunktionen der Mechanik und das Gerät als solches macht länger Spaß! Das soeben Gelesene erinnert an viel Arbeit, aber das sind Routinetätigkeiten, die nach dem dritten Mal fast im Schlaf verrichtet werden können.